Über diese Website
Eine Website, die auf einer interaktiven Karte Orte ehemaligen jüdischen Lebens in dem Hunsrückdorf Sohren darstellt. Informationen stammen aus offenen Datenbanken, die allgemein recherchiert werden können.
„heymweh“ (היימוועה) ist ein gängiges jiddisches Wort (bzw. sehr fest eingebürgertes Lehnwort/Angleichung aus dem Deutschen „Heimweh“), das in der Jiddisch-Literatur und Alltagssprache für „Sehnsucht nach der Heimat“ verwendet wird. Im übertragenen Sinn kann heymweh / היימוועה über „Sehnsucht nach der (wörtlichen) Heimat“ hinaus auch für Sehnsucht nach Vertrautheit stehen — z.B. nach Kindheit, Vergangenheit, einem Gefühl von Geborgenheit oder nach „dem eigenen Platz“ im Leben.
Diese Orte, diese Plätze im Leben sollen auf einer Karte geolokalisiert zusammengetragen werden, um deutlich zu machen, dass der Ort einst ein vielseitiges jüdisches Leben hatte. Kinder, Frauen und Männer jüdischen Glaubens nahmen die Nationalsozialisten diesen vertrauten, familiären Ort für immer.
Die Datenbank von Yad Vashem nennt 18 in der NS-Zeit umgekommene Jüdinnen und Juden, die in Sohren geboren wurden oder längere Zeit dort lebten. Ein Rollkommando aus Simmern verwüstete die Synagoge beim Novemberpogrom 1938.
Es gab auch eine jüdische Schule und ein rituelles Bad. Der Friedhof besteht bis heute.
In Sohren gibt es keinen Ort, der an die deportierten und ermordeten Mitbürger und die zerstörte Synagoge erinnert. Das heymweh-Projekt soll ein Ort der Erinnerung und des Nicht-Vergessens schaffen.
